Plattenkritiken

Libaries gave us power
Then came work and made us free

- Nicky Wire


Teenager of  the Year - Frank Black, 1994, 4AD/Rough Trade



Musiker wie Frank Black (Aka. Black Francis oder Charles Michael Kittridge Thompson IV) können es einfach nicht lassen. Kaum haben sie die letze überaus produktive Band , in diesem Falle die "Pixies", aufgelöst und ein Soloalbum veröffentlicht, so geht es gleich weiter. Mit dabei sind Eric Drew Feldman, Lyle Workamn und Ex-Bandkollege Joey Santiago. Die fallen aber nicht weiter auf, Black dominiert auf den kurzen Rocksongs wie "Thalassocrazy" und auf den krachenden 80er Indie Imitationen wie "Freedom Rock".  Das All und fremde Sterne sind weiterhin bestehende Anreize für den Songwriter ("Space Is Gonna do me Good"), ebenso wie eine Lebensphilosophie, die aus irgendeinem Buch der Bibel stammen könnte ("I Could Stay Here Forever"). Die Mischung macht es eben in diesem Fall, so bilden liebliche Pop-Rock Songs wie "Speedy Marie" kein allzu starkes Gegengewicht gegen die sonstigen Indie-Songs mit Surfrock Melodien und ultra kurzen Solis. Ganz im Gegenteil, sie schmiegen sich sogar gegenseitig an. Klar, das Gegengewicht in Form eines Co-Songwriters wie etwa Kim Deal fehlt auch hier wieder. Aber hatte Black nicht bereits vorher fest das Ruder in der Hand? "Teenager of the Year" ist definitiv eine Platte für Fans der "Pixies" oder für diejenigen, die es manchmal auch etwas überdrehter mögen. Die hohe Anzahl der Titel (22 (!)) überzeugt den geneigten Käufer sicherlich auch. Frank Black bleibt sich treu, oder wie er selbst einst sagte: "Nur weil man erfolgreich ist, ist man noch nicht völlig abgeklärt oder genial [...] Es ist nicht schwer das zu spielen, worauf man grade Lust hat!"

Tracklist

Whatever Happened to Pong?
Thalassocrazy
(I Want to Live on an) Abstract Plain
Calistan
The Vanishing Spies
Speedy Marie
Headache
Sir Rockaby
Freedom Rock
Two Reelers
Fiddle Riddle
Ole Mullholland
Fazer Eyes
I Could Stay Here Forever
The Hostess with the Mostest
Superabound
Big Red
Space Is Gonna Do Me Good
White Noise Maker
Pure Denizen of the Citizens Band
Bad, Wicked World
Pie in the Sky


Pinkerton - Weezer, 1996, Geffen Records



Die freundlichen vier Jungs aus Los Angeles, die noch "Weezer (The Blue Album)" präsentierte, scheinen über Nacht gealtert und unfreiwillig redselig geworden. Doch Rivers Cuomo würgen auf dieser Platte den offen gezeigten Gefühlen gleich mit harten Gitarren eins hinterher. Die Kritiker, der schnelle Ruhm und die heute regelrecht depressiv wirkende Zeit in Havard. Alles wichtige Faktoren, die jeder Fan der Gruppe kennt. Rivers suchte wohl ein Ventil, wie schon die unterdrückten Schreie in "Say It Ain't So" gezeigt hatten. Anfang 1996 muss er dann also wie ein Kind vor einem unfertigem Puzzle gesessen haben; sein "Songs from the Black Hole" Projekt, eine Oper, war gescheitert. Übrig blieben tolle Songs. "Why Bother?" etwa, das in knapp 2 Minuten eine typische Teenager Story erzählt und mit seinen schlagenden Gitarren und den wütenden Vocals wie ein ünerhörter Wutausbruch wirkt. Wenige seriöse Musiker gehen da so offen heran. Es fehlen die Phrasen, versteckten Andeutungen und der musikalische Teppisch, der das alles gut aussehen lässt. Offen ehrlich und vor allem laut. Live harmonierten damals alte und auch neuere Weezer Songs ausgesprochen gut, einige Songs von "Pinkerton" gab es bereits um 1994 herum als Demo. Gitarrist Brian Bell und Bassist und Spaßvogel Matt Sharp, hier das letzte mal auf einer Weezer LP, sorgen mit ihren Backgroundvocals für den hymnischen, ungepflegt wirkenden Mitsingfaktor. So etwa by "The Good Life", das Rivers Träume von einem angesehenem Leben schon fast wieder witzig wirken lässt. Oder bei "Across the Sea" , in dem es um den Brief eines japanischen Fans geht. Dieses Lied zieht sich. Das ganze Album jedoch nicht, es sind wieder nur 10 Songs dabei. Einen weiteren senhsuchtsvollen Ausbruch eines leidenden jungen Mannes findet man auf "El Scorcho". Der Traum von der großen Liebe ist auch hier unerfüllt. Musikalisch ist es auch hier wieder schräger Indie-Rock der besten Sorte, inklusive toller verkaterter Melodie. "Pink Triangle" zeigt mit der thematesierten unerfüllten Liebe, nach vorgegangenen Gedankenspielen, ein Horrorszenario für jeden Heranwachsenden ab. Doch Weezer schafften es mit dieser Platte jedoch erneut eine LP zu produzieren, die sich nicht nur primär 14 jahre alte Oberschüler gerne anhören. Auch das seriösere Ü 30 Publikum kann gerne zu "Pinkerton" greifen, auch heute, 20 Jahre später. Abgesehen von wenigen Liedern spielen Weezer heute eher selten Songs der Platte live. Eigentlich schade.

Tracklist

Tired of Sex
Getchoo
No Other One
Why Bother?
Across the Sea
The Good Life
El Scorcho
Pink Triangle
Falling for You
Butterfly



Definitley Maybe - Oasis, 1994, Creation Records/Big Brother



Das Oasis ein Anrecht auf die Krone des Britpop haben ist weitestgehend bekannt und/oder umstritten. Das dass zumindestens berechtigt ist macht Definitley Maybe mehr als deutlich. Im Sommer 1994 muss das Album regelrecht revolutionär gewirkt haben. Der rauschhafte Sound des Wave und Baggy schien verflogen, die musikalische Metal- und US-Punkaffinität des Grunge mit seinen bitteren Hilfeschreien schienen nichts mehr auszumachen. Vielmehr schaffte es Noel Gallagher, Hauptsongwriter und Leadgitrist, das scheinbar beste aus der britischen Musikgeschichte zu vereinen. Die Robustheit des britischen Punk ("Sex Pistols", "The Clash") waren auf stadiotauglichen Sound gestutzt, die Melodien der "Beatles" und "The Smiths" mit einfachen Gitarrensounds darübergelegt. So pragmatisch das wirkt, so gut sind die Songs. Da wäre z.B. "Live Forever", das lebensbejahend bittersüß und zugleich aufrecht wirkt. Auch wenn Noel Gallagher aufgrund seiner Vergangenheit eher den Kopf senken müsste. Doch Zurückhaltung ist eben nicht die Sache der Band, auch musikalisch. So fetzen "Rock N' Roll Star" und "Supersonic" hymnisch los, während sich "Columbia" sich im Gitarrenrausch verliert, ohne ermüdend zu wirken. "Cigarettes & Alcohol" ist schon schwerfälliger, "Bring It On Down" wühlt schon in den Tiefen des Alternative-Rocks. Die Songs wirken wie der junge John Lennon, der mit gespreitzten Beinen und zurückgelegtem Kopf auf der Bühne stand. Und das scheint auch der Ansatz zu sein, den Oasis verfolgte. Noels Texte sind durchweg positiv, auch wohl, weil er nicht anders konnte. Nach der schwiriegen Kindheit mit seinem Bruder Liam im heruntergekommenen Burnage, Manchester und der jahrelangen Arbeitslosigkeit wollte er das ewige Dasein hinter sich lassen. Er wollte den Traum so vieler junger Menschen, die Rockmusik hören, umsetzen, sich selber Mut machen. Sein Anspruch, in der besten Band der Welt zu sein, ist das Produkt des ewigen Verlangens, alles hinter sich zu lassen und hingegen aller Regeln des Lebens der Arbeiterklasse ein Rockstar zu werden. Ein "Ihr könnt mich mal gerne haben" gegen alle die, die im geistigem Wohlstand leben und sich beklagen, gegen die, die das Leben, trotz all der Nachteile, für sinnlos halten. Das harmonische im Rocksong, wie etwa "Slide Away", entgeht der Band auch nicht. Die akustischen Liebeleien wie etwa "Digsy's Dinner" oder das nur auf der Viny-Edition veröffentlochte "Sad Song" lassen merh erahnen. Nähmlich das Noel ein ziemlich guter Songwriter ist, der alleine im Hotelzimmer mit der Akustikgitarre als auch im Londoner Earls Court spielen kann. Oasis wirken auf dieser Platte so unverbraucht, laut und neu wie vielleicht nie wieder in ihrer Karriere. Eben frisch aus Manchester. Was danach kam, die Megagigs, die Drogen, der "Krieg" mit "Blur" (die den Britpop viel früher erfanden und so gar nichts mit Oasis gemein haben), das sikkert hier noch nicht durch. Auch das Oasis nach dier LP immer mehr zur radiotauglichen Rockband werden, deren Hits wie "Wonderwall" oder "Don't Look Back In Anger" bald bei jeder Radiostation laufen und deren Album "(What's the Story) Morning Glory?" zur weniger inspirierten Mainstream LP wird, scheint hier weit weg zu sein. Auch über die Anleihen bei Glamrock ("T.Rex") und sonstigen Bands sieht man hinweg. Noel gab schon damals zu, die Songs größtenteils beim Hören seiner Lieblingsplatten zu schreiben. Er spielte einfach los, machte die Musik, die er liebte und hören wollte. Trotz alledem bleibt dieses Album eins der wohl schlagkräftigsten der britischen Insel der letzten Jahre.

Tracklist

Rock n' Roll Star
Shakermaker
Live Forever
Up in the Sky
Columbia
Supersonic
Bring It On Down
Cigarettes & Alcohol
Digsy's Diner
Slide Away
Married with Children



Candy Apple Grey - Hüsker Dü, 1986, Warner Bros.


Das erste Album des Trios bei einem Majorlabel? Das heißt nicht, dass sich die drei Musiker an irgendetwas anpassen müssen. War der Vertrag nicht auch eigetnlich eine Masche, um das neu herangewachsene Alternative-Segment der 80er in den USA zu unterwandern? Hüsker Dü macht das nichts auch, schon der erste Song "Crystal" ist so bissig schnell, dass er an die Anfänge der Gruppe im Punk erinnert. Wenn nun aber eben gebremst.Die folgenden 9 Songs wirken dann nur noch wie ein Spieball zwischen den beiden Songwritern Bob Mould und Grant Hart. Nur das es eben nicht langweilig, sondern immer besser wird. Die beiden Musiker, die man als verfeindet bezeichen kann, standen auch auf der vorletzten Platte ihrer gemiensamen Band im innigem Konkurenzkampf. Harts "Don't Want to Know If You Are Lonely" ist eine hart rockende, aber sentimrntale, Innenansicht. Der Punk von früher ist erneut mit bitteren Melodien überzogen. "Sorry Somehow" wirkt vom Tempo wie ein Song der "Ramones", doch der verzweifelte Refrain und die Melodie holen wieder viel mehr heraus, als eigentlich gedacht. Das es auchdeutlich rustikaler geht zeigt Mould mit "Too Far Down". Nach einem psychadelischem Intro folgt nüchterner Gesang und Akustikgitarre; viel mehr, als nur das typische Herzschmerz-Akustiklied auf vielen "Indie"-Platten. Auch die typischen Hüsker Dü Songs, wenn mansie denn so nennen kann, sind wieder dabei. So wtwa "Dead Set On Destruction", das mit Kettensägenriff und ewigem Refrain seine 3 Minuten voll auffüllt. Erwähnenswert ist auch noch Moulds verschrobenes "Eiffel Tower High". Schließlich findet ein weiteres typisches, aber grade eben deshalb tolles Album mit "All This I've Done For You" seinen Abschluss. Zwei Jahre später waren Hüsker Dü Geschichte, Gitarist Mould und Schlagzeuger Hart scheinen eine Reunion so sehr auszuschließen, wie die Veröffentlichung älterer, unbekannter Songs. Ihr einziger gemeinsamer Nenner, Hüsker Dü, ist für beide ein scheinbar wunder Punkt, sind sie doch vielzusehr mit ihren Solokarrieren beschäftigt. Doch ihre wunderbaren, unter gegenseitigem Druck enstandenen Songs von Candy Apple Grey kann das nicht auslöschen.

Tracklist

Crystal
Don't Want to Know If You Are Lonely
I Don't Know for Sure
Sorry Somehow
Too Far Down
Hardly Getting Over It
Dead Set On Destruction
Eiffel Tower High
No Promise Have I Made
All This I've Done for You


Skylarking - XTC, 1986, Virgin

Im Zenit der 80er Jahre schienen XTC aus Swindon, UK von der musikalischen Bildfläche verschwunden zu sein. Seit den letzten Hitsingles wie "Making Plans for Nigel" (1979) oder "Senses Working Overtime" (1982) waren Jahre vergangen, aber zu nichtssagenen Kritikerlieblingen waren die Musiker trotzdem nicht geworden. Denn weder das akustische "Mummer" oder das elekrtonisch-angehauchte "The Big Express" hatten wohlwollende Kritiken aufgenommen. Nach dem die Band um Frontmann Andy Patridge das Touren aufgegeben hatten schien nun auch der künstlerische Bankrott zu drohen. So taten sich Patridge, Colin Moulding und Dave Gregory zusammen um für die nächste LP noch einmal alle bisherigen Erfolgszutaten der Gruppe zusammenzuwerfen. So etwa der Opener "Summer Cauldron", der gefühlvolles Pop-Arangement und Klangcollagen vereint. Nahtlos geht es dann mit einer typischen Nummer von Bassist Moulding weiter, "Grass". Ein melodischer Popsong, genau so wie "The Meeting Place". Allgemein scheinen auf dieser Platte einige der besten Songs des "zweiten Offiziers" von XTC versammelt zu sein, deutlich abgehoben von Patridges Kompositionen. Denn dieser greift etwa auf "Earn Enough for Us" zu betont markantem Rock früherer Tage, wobei er die Geschichte eines Mittelständlers erzählt. "That's Really Super, Supergirl" ist hingegen einer von vielen Liebesliern der Gruppe, wobei die Melodien ab und zu noch von Drumcomputerexperimenten der Vorgänger-Platte flankiert werden. Ganz ohne Pathos und Kitsch kommt auch "Ballad for a Rainy Day" daher, ein an die Beatles erinnernder Song. Auch hier ziegen sich die musikalischen Fähigkeiten des Trios am Wechsel von Höhen und Tiefen in der Komposition. Ähnlich entwickelt sich auch "Season Cycle", mit XTC typischen, etwas seltsamen Titel, aber sich entwickelndem Vortlauf. Das Lied "Another Satellite", wieder so ein Liebeslied, ist hingegen weit ausufernd und spiegelt wieder mit hintergründigen Texten und tragendem, langsamen Schlagzeug die alten Qualitäten der Band wieder. Andy Patridges Stimme ist dabei unverkennlich, aber vor allem auf dem Lied "Dear God" (nur auf einigen Pressungen der LP vorhanden). In der Form eines offenen Briefes unterhält sich Patridge dabei mit seinem Schöpfer und hintergragt dessen Existenz, indem er etwa die Schönheiten der Natur Krankheit und Missgunst gegenüberstellt. Ein spitzfindiges atheistisches Bekentniss. Moudlings "Big Day" kehrt jedoch wieder in den britische Alltag zurück, in dem es die Angst vor der anstehenden Hochzeit skizziert und spöttisch die Möglichkeiten eines unschönen Verlaufes der Ehe aufzeigt. "The Man Who Sailed Around His Soul" ist ein jazzig angehauchter Song, der mit seiner Verspieltheit eine typische Trancekomposition mit Schrägschüssen zur Music Hall ist. XTC gaben mit dieser Platte also mehr als nur ein Lebenszeichen ab, ebenso wenig aber auch ein Comeback, die Gruppe war ja immerhin immer irgendwie aktiv. Doch trotzdem konnten sie nicht in die Top 10 der Charts zurückkehren, aber nicht zuletzt wieder den US-Markt von ihrer Qualität als melodiöse Popmusiker überzeugen, wenn auch leider weiterhin aus der zweiten Reihe heraus.

Tracklist

Summer's Cauldron
Grass
The Meeting Place
That's Really Super, Supergirl
Ballet for a Rainy Day
1000 Umbrellas
Season Cycle
Earn Enough for Us
Big Day
Another Satellite
Mermaid Smiled
The Man Who Sailed Around His Soul
Dear God
Dying
Sacrificial Bonfire


The Stone Roses - The Stone Roses, 1989, Silvertone Records

In Großbritannien scheint es ein besonderes Potential für das Erschaffen von Mythen zu gebebn, auch wenn die Quantität des eigentlichen Inhalts nocht unbedingt so groß wie etwa bei den Beatles sein muss. Sonst könnten etwa die Stone Roses heute nicht in Stadien vor mehr Menschen als in Spike Island spielen, obwohl sie nur zwei komplette LPs veröffentlicht haben. Doch das Augenmerk liegt bis heute auf dem Debüt, einer eben so mysthifizierten Platte, die in Kennerkreisen und auf der Insel gleichmeraßen geschätzt wird. Denn schon das erste Lied, "I Wanna Be Adored", nahm die gemächliche Welle der damaligen Raves mit, obwohl John Squires verzahnte Gitarren damals wohl regelrecht antiquiert wirkten. Dieser schläfrige, doch gleichzeitig vitale Unterton wird durch Ian Browns Stimme noch weiter getragen. Er wirkt zwar nicht überschwänglich froh und singt über sein Seelenleben, aber das ist niemals sentimental oder unanziehend. Die einprägsam, aber doch kräftigen Riffs setzen sich so geradezu exemplarisch auch auf "Waterfall" fort. Während in den englischen Straßen noch der Dreck der Thatcher-Ära liegt und sich die disillusionierten Jugendlichen Ecstasy einwerfen, zeigen die Stone Roses Klarheit und doch auch Rausch auf. Wie ein brennender Leuchtturm geben sie einen alternativen Spiegel der Gegenwart auf, um dabei jedoch genauso herzerwärmend zu klingen. Kein Wunder also, dass sich etwa der junge Noel Gallagher beeindruckt zeigte. Allgemein passt der Klang der Platte zu den stereotypischen Bildern von England, mit all den Klippen und hügeligen Feldern. "Made of Stone" könnte jedoch genauso gut Soundtrack für die öden Industriestädte und die Einsamkeit des Erzählers sein. Hier funkt ein Gitarrensolo dazwischen, um noch einmal die Fähifkeiten Squieres vom Klangteppich abzuheben. Dieser wird sonst nur noch von Bassist Mani und Drummer Reni getragen. Rhytmisch und doch ermattend bilden sie auf allen zwölf Songs den festen Hintergrund einer rauschartigen Musik, ohne dabei schablonenhaft zu sein. Eher verspielt wirkt "Shoot You Down", dessen lakonischer Ton im Stil der 70er Jahre Popmusik immer wieder von kurzen Pausen unterbrochen wird.  Der spätere Livekracher "This Is the One" wirkt wie ein lebhafter Popsong auf Großbritannien, schon fast im Stile der Smiths. Eher in der christlichen Symbolik ist hingegen "I Am the Resurrection" verfangen, obwohl hier ein deutlicher Anfang wieder in Browns flehendem Gesang endet und dann zum achtminütigem Jam ausartet. Der Ton passt auch hier wieder zu den Stwilküsten, König Arthus und dichtem Nebel. Den Abschluss bildet mit "Fools Gold" hingegen ein funkiger Song, der wie ein unelekronischer Sohn von New Order wirkt. Alles in einem lassen die Stone Roses auf ihrer Debütplatte also bereits einen Blick auf die Musik des kommenden Jahrzehnts zu, ohne dabei ihre Individualität aufzugeben. Einen Stil wie auf dieser Platte hat davor und danach nämlich niemand mehr ernsthaft neu erdacht, selbst die Gruppe selbst nicht.

Tracklist

I Wanna Be Adored
She Bangs the Drums
Waterfall
Don't Stop
Bye Bye Badman
Elizabeth My Dear
(Song for My) Sugar Spun Sister
Made of Stone
Shoot You Down
This Is The One
I Am the Resurrection
Fools Gold